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Social Recruiting mit Facebook und Instagram? So geht's!

In unserem letzten Blogbeitrag ging es darum, wie man die junge Generation mit TikTok für sein Unternehmen gewinnen kann. Aber seien wir mal ehrlich, ältere Generationen werden diese Videos entweder nicht sehen, da sie (noch) nicht auf TikTok sind, oder sie werden es als “süßes Tanzvideo” abstempeln.

Wie und wo gewinnt man “Ältere”, z.B. ab 30? Welche Communities bieten sich besonders an? Und wie kann man sie ansprechen und zu einer qualifizierten Bewerbung motivieren?

Facebook für Social Recruiting

Facebook – nutzt das noch wer? Man hört es immer wieder: Facebook sei angeblich “tot”! Ist die Nutzung von Facebook über die letzten Jahre zurückgegangen? Ja, stimmt. Es stimmt aber auch, dass in Deutschland über 67% der 26-40 Jährigen regelmäßig Facebook nutzen. Also von wegen „tot“!
Hier wird es spannend für suchende Unternehmen: Der durchschnittliche Nutzer von Facebook ist heutzutage 31 Jahre alt! Und diese Altersgruppe ist nur selten auf TikTok ist, nutzt aber nach wie vor Facebook!

Mitarbeiter mit Facebook gewinnen

Auf der eigenen Fanpage kann man Beiträge, Fotos und Videos mit der Community teilen. Bei der Ansprache neuer Mitarbeiter sind knackig formulierte Texte das A und O. Niemand möchte ellenlange Prosa lesen, wie klasse ein Unternehmen ist, dass man tolle Chancen hat und es “flache Hierarchien” gibt. Natürlich sind das wichtige Informationen. Aber die sind nicht unbedingt zielgruppenspezifisch.

Wichtig daher ist, die Bedürfnisse der Zielgruppe im Blick zu behalten. Was ist einer z.B. 35 Jahre alten Person wichtig? Wo befindet sich diese Person in ihrem Leben gerade? Jüngeren kommt es oft darauf an, einer sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen (Nachhaltigkeit, soziales Engagement etc.). Auch Work-Life-Balance, großzügige Arbeitszeitregelungen und Home Office sind wichtige Benefits. Ältere legen mehr Wert auf nette Kollegen und ein humanes Arbeitsumfeld, gute Bezahlung, Urlaub, Sozialleistungen.

Hier kommen wir zu einem zentralen Aspekt bei der Nutzung von Facebook für Social Recruiting und Jobbewerbungen: Nach unserer Erfahrung (u.a. für Unternehmen der Zeitarbeit und Arbeitsüberlassung) eignet sich Facebook besonders gut, wenn es um „Blue Collar“-Jobs geht, also Handwerk und Industriearbeit. Aber auch für Jobs in niedrigen Karrierestufen anderer Branchen, z.B. Handel und Dienstleistung.

Organisch, also ohne den Einsatz von Werbebudget, werden Ihre Job-Postings kaum jemanden erreichen. Sollte ein schönes Posting mit knackigem Text und aufmerksamkeitsstarkem Bild (oder besser: Video!) gestaltet sein, kann eine Ad drauf geschaltet werden, die die Zielgruppe anspricht! Nur so erreicht man mit guten Postings die richtigen Leute.

Mitarbeiter mit Instagram gewinnen

Heutzutage ist jede Altersgruppe auf Instagram vertreten, wobei die 18-34-Jährigen überrepräsentiert sind. Die/der durchschnittliche User*in ist hier ein bisschen älter als der auf TikTok, gleichzeitig aber jünger als die/der auf Facebook.

Auf Instagram ist in der letzten Zeit der Text wichtiger geworden. Natürlich ist das mitgepostete Motiv von äußerster Wichtigkeit, da man nur so potenzielle Mitarbeiter zum Durchlesen bewegen kann. Viele Nutzer auf Instagram folgen mehreren hundert Seiten, welche sich alle gemeinsam den Feed des Nutzers teilen. Einerseits lernt der Algorithmus, welche Beiträge der Nutzer gerne sieht, andererseits kann man mit einem spannenden Motiv einen sogenannten Thumb-Stopper erstellen. Das bedeutet, dass der Nutzer das Motiv beim Scrollen durch sein Feed sieht, es für so interessant hält, dass er das Scrollen stoppt und sich das Posting genauer anschaut. Um ein Motiv zu einem Thumb-Stopper zu entwickeln, können z.B. vereinzelt Schlagworte in Signalfarben eingefügt werden. (Achtung: Bei zu vielen Schlagworten lässt Instagram keine Bewerbung zu, da sie die Texte nicht entschlüsseln können. 2-3 Worte maximal!)

Auf Instagram ist es zudem möglich, organische Reichweite zu erzielen, beispielsweise über Hashtags. Allerdings ist auch hier das Schalten von Anzeigen von Vorteil, damit die gewünschte Zielgruppe aufmerksam auf den Beitrag wird!

Nachfolgend einige Praxis-Tipps:

Tipp 1:

Videos sind auch bei Job-Posts das Medium der Wahl. Erstens bekommt man mehr und emotionalere Botschaften transportiert. Zweitens sind besonders „Reels“ gerade schwer angesagt und erfreuen sich überdurchschnittlicher organischer Reichweiten. Und drittens kann man Videos quer über alle digitalen Touchpoints einschließlich der eigenen Website einsetzen.

Tipp 2: Nennen Sie die “harten” Fakten!

In Unternehmen gibt es häufig viele verschiedene Positionen, die, je nach Expertise, auch verschieden bezahlt werden. Das ist so und es wird auch immer so bleiben. In vielen Fällen werden solche Informationen wie die Geheimnisse des Vatikans gehütet. Letztlich sind diese Informationen ausschlaggebend dafür, ob der Job für den Mitarbeiter geeignet ist. Diese Fakten können in Beiträge eingebaut werden. Sei es stichwortartig, beispielsweise “Stundenlohn 20-25€ netto” oder in einem kurzen Satz “Wir haben gelernt, dass das Home Office eine tolle Alternative ist, daher sind bei uns 3 Tage Home Office pro Woche vertraglich festgelegt!”. Somit sind die “harten” Fakten schlichtweg der Ist-Zustand, im Sinne von: Folgendes bekommst du, wenn du bei uns arbeitest!

Tipp 3: Zeigen Sie den Arbeitstag!

Wenn man einen neuen Job beginnt, ist man zwar darauf vorbereitet, was passieren wird, aber man hat keine Vorstellung davon, wie ein ganz normaler Arbeitstag im Unternehmen aussieht. Genau das ist etwas, was man mit einem ganz einfachen Posting vorstellen kann. Als Erstes werden einige Fragen notiert, welche man die Mitarbeiter fragen kann:

  • Wann beginnt dein Arbeitstag?
  • Was macht dir am meisten Spaß an deinem Job?
  • Wie verbringst du die Pause?
  • Was passiert, wenn mal etwas schiefgeht?

Die möglichen Fragen, welche gestellt werden, sind endlos. Für das Format wäre es allerdings wichtig, dass die Fragen bei jedem Mitarbeiter gleich sind, damit man einen schönen Überblick über die verschiedenen Positionen des Unternehmens bekommt.

Tipp 4: Der Chef ist auch nur ein Mensch

Diese Idee funktioniert sehr gut in Kombination mit den bereits genannten Formaten. Der Chef ist eine Person, die im neuen Mitarbeiter häufig Ehrfurcht erweckt. In einigen Fällen ist das natürlich auch notwendig, aber in der Regel ist der Chef ein Mensch wie du und ich. Genau da ist die Krux dieses Formates. Der Chef wird vorgestellt und schreibt in verständlichen Worten, wer er / sie ist und wie er / sie seinen Alltag bewältigt:

“Mein Name ist XY und ich bin die/der CEO von YX! Mittlerweile bin ich 47 Jahre “jung”, trink’ mein Kaffee schwarz und bin am Wochenende am liebsten einfach nur mit meiner Familie zusammen. Neben meinem Posten als Chef trage ich innerhalb von Unternehmen XY noch den Titel “Grillmeister”, weil ich mal die Würstchen durch den Rost hab fallen lassen. Also, wenn auch du Bock auf eine leckere Grillplatte vom Grillmeister hast, schreib uns!
P.S.: Vegetarisch / Vegan kann ich auch!”

Der Postingtext darf die Stelle / Position des Chefs keinesfalls untergraben, oder zu cringe sein, dennoch ist der Einsatz von Humor ein tolles Mittel, um potenzielle Mitarbeiter von sich zu überzeugen.

Fazit: Ohne Social Media kein erfolgreiches Recruituing!

Spannende und attraktive Beiträge eines Unternehmens auf Facebook, Instagram oder TikTok stellen im „war for talents“ gerade bei Jüngeren einen extrem wichtigen Wettbewerbsvorteil dar. Wer sich als Unternehmen offen, transparent, tolerant und nahbar zeigt und seine Wertschätzung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter demonstriert, hat einen deutlichen Wettbewerbsvorteil. Und: Sollte ein potenzieller Mitarbeiter sich beispielsweise über das Unternehmen informieren wollen, findet sie/er viele wichtige Informationen auf der Social Media Unternehmensseite des Unternehmens, ohne lange auf vielen anderen Quellen suchen zu müssen.

Setzen Sie Schwerpunkte für Ihr Social Recruiting: Während Facebook vor allem für Blue Collar Jobs interessant ist, suchen Führungskräfte vor allem auf LinkedIn. TikTok und Instagram eignen sich besonders für die Ansprache von Jüngeren. Und: Entwickeln Sie eine längerfristige Strategie für Social Recruiting.

Neben Recruiting-Content auf Unternehmens- oder sogar eigenen HR-Seiten von größeren Unternehmen gibt es besonders bei Facebook und Instagram auch die Möglichkeit, Jobangebote über Performance-Ads zu bewerben. Achtung: Nur Performance Ads schalten ohne eine informative Unternehmensseite funktioniert nicht so gut.

Hier finden Sie Informationen zu LinkedIn als Vertriebs- und Recruiting Kanal. Über das Potential von YouTube und anderen Plattformen für Social Recruiting berichten wir in einem der nächsten Blogbeiträge.

Wie Social Recruiting auf Ihren Kanälen aussehen kann, können wir bei einem Workshop besprechen. Einfach an Alexander Malter (wa.malter@alexanderplatz-hh.de) schicken und wir melden uns umgehend!

*Quelle: Statista