
Die Welt der Kommunikation hat sich dramatisch verändert. Und mit ihr die Erwartungen an Führungskräfte. Figuren wie Elon Musk prägen heute das Bild des Social CEO. Der Begriff schließt neben dem CEO auch Geschäftsführer, Vorstände und alle öffentlich handelnden Führungskräfte ein. Während früher ein CEO vor allem im Hintergrund agierte und sich in offiziellen Pressemitteilungen äußerte, fordern heute Mitarbeitende, Kunden, Kundinnen und andere Stakeholder mehr: Sichtbarkeit, Haltung, Nahbarkeit. Und das am besten in Echtzeit. Der Social CEO ist längst kein Trend mehr, er ist zur strategischen Notwendigkeit geworden. Dennoch sind viele Führungskräfte noch wenig „social“, d.h. digital sehr zurückhaltend bis passiv unterwegs. Das ist nicht ohne Risiko.
Vorbei sind die Zeiten, in denen CEOs ausschließlich durch Quartalsberichte, offizielle Statements oder Reden präsent waren. Heute scrollen sich Mitarbeitende lieber durch den LinkedIn-Account ihrer Führungskraft als den Geschäftsbericht zu lesen. Die Führungsrolle ist sichtbarer und öffentlicher geworden. Laut einer Studie von Brunswick (2022) erwarten über 80 % der Mitarbeitenden, dass Führungskräfte sich öffentlich zu gesellschaftlichen Themen wie Purpose positionieren. Thought Leadership, also Vordenker in seinem Fachbereich zu sein, spielt dabei eine strategisch bedeutende Rolle. Digitale Aktivitäten wirken markenprägend, der Social CEO wird zum wichtigsten Markenbotschafter und obersten Corporate Influencer. Ein aktiver CEO-Auftritt in sozialen Medien wie LinkedIn, X oder Instagram vermittelt allen Stakeholdergruppen Transparenz, Nahbarkeit und Orientierung.
Trotz der hohen Relevanz sind viele Führungskräfte auf Social Media unterrepräsentiert. Weniger bei börsennotierten Unternehmen, ausgeprägter jedoch im Mittelstand. Die Barrieren sind vielfältig:
Der Klassiker: „Mir fehlt die Zeit für Social Media.“ Dabei bedeutet Sichtbarkeit nicht, täglich zu posten. Ein durchdachter Redaktionsplan kann längerfristig vorgeplant werden. Social Media sollte zum festen Bestandteil des Wochenplans werden und mit Prio behandelt werden. Eine halbe Stunde Zeit ist oft ausreichend. Das sollte die strategische Chefkommunikation Wert sein.
Viele Führungskräfte befürchten, durch unpassende Beiträge oder Tonlagen negatives öffentliches Feedback. Doch Schweigen ist keine Lösung: Wer zu wichtigen Themen, die Mitarbeitende und andere Stakeholder nicht kommuniziert, verliert Vertrauen und wird ggf. sogar missinterpretiert. Social Media bedeutet nicht Kontrollverlust, sondern Dialogkompetenz.
Was bringt es mir? Viele sehen in Social Media immer noch ein Freizeit- oder Marketingthema und nicht das, was es längst geworden ist: ein strategisches Führungsinstrument. Vielen mangelt es an der richtigen strategischen Positionierung. Oder sie wollen nicht zu viel Persönliches von sich Preis geben. Oder es fehlt vielen schlicht das Wissen um die operative Handhabung und die Wirkung von Social Media.
Es geht um mehr, als hin und wieder einen Beitrag zu liken oder ein Foto gemeinsam mit einem wichtigen Besuch oder von einer Messe zu posten. Die digitale Präsenz z.B. auf LinkedIn kann dabei helfen, Thought Leadership aufzubauen, Talente zu gewinnen oder die Unternehmenskultur zu prägen und den Kontakt zu anderen Stakeholdern zu intensivieren.
Es geht um strategische- und Stakeholder-Kommunikation, z.B.:
Führungskräfte, die über Purpose, Werte, Führungsstil, Unternehmenskultur oder persönliche Erfahrungen sprechen, machen diese Themen erlebbar und binden sie an die Unternehmensmarke.
Als „Social CEO“ ist die Führungskraft Teil der Unternehmenskommunikation. Wichtig ist, die strategische Rolle der Führungskraft festzulegen. Und die Content-Strategie an den Bedürfnisse der unterschiedlichen Stakeholdergruppen zu orientieren: Mitarbeitende, Talente, Kunden, Partnerunternehmen, Gesellschafter/Aktionäre etc.
Wer sich regelmäßig strategisch äußert, baut Vertrauen auf. Gegenüber Mitarbeitenden, Kunden, Kundinnen, Partnerunternehmen und anderen Stakeholdergruppen. Besonders in Krisen ist die Stimme der Führung oft entscheidend für die Glaubwürdigkeit.
Anerkannter Vordenker werden im Fachgebiet, in dem das Unternehmen tätig ist. Mit Wissen und innovativen Ideen Meinungsführerschaft betreiben und Kompetenz und Glaubwürdigkeit auch für das Unternehmen aufbauen.
CEOs auf Social Media wirken wie ein Fenster zur Unternehmenskultur. Sie zeigen, wie geführt, gedacht und entschieden wird. Besonders junge Talente schätzen diesen authentischen Einblick. Ein glaubwürdiger LinkedIn-Post wirkt manchmal stärker als jede Recruiting-Kampagne.
Wie wird man vom digital passiven zum aktiven Social CEO?
Authentizität statt Inszenierung
Menschen folgen Menschen lieber als Unternehmen. Und LinkedIn promotet Beiträge von Personen deutlich stärker als solche von Unternehmensprofilen. Statt PR-Texten sind persönliche Geschichten, Meinungen und Erfahrungen gefragt. Ein „Ich habe gelernt …“ funktioniert oft besser als ein „Unser Unternehmen steht für …“.
Strategie statt Gelegenheitspostings
Ein erfolgreicher Social CEO kommuniziert nicht nur zum Jahresabschluss, auf einer Messe oder zum Launch eines neuen Produkts. Die passende Positionierung und Strategie sollte vorher erarbeitet werden. Regelmäßigkeit, Planbarkeit und ein gutes Zusammenspiel mit allen beteiligten Abteilungen im Unternehmen sind entscheidend.
Dialog statt Monolog
Kommentare lesen, Rückfragen beantworten, andere Beiträge liken oder teilen: Social Media ist keine Bühne, sondern ein Marktplatz von Meinungen und Austausch. Nur wer auch mit anderen interagiert, wird Reichweite aufbauen und Akzeptanz erfahren.
Machen lassen oder selber machen?
Wer sich noch nicht wirklich fit genug fühlt im richtigen Umgang mit Social Media sollte sich externe Unterstützung suchen. Das ist nicht ehrenrührig und deutlich besser als passiv zu bleiben. Manche Agenturen (wie unsere) unterstützen Social CEOs mit Strategieberatung und abgestimmten Redaktionsplänen und Community Management.
Die Rolle von CEOs und Führungskräften auf Social Media wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. In Zeiten politischer Unsicherheit, wirtschaftlicher Transformation und wachsender Erwartungshaltungen sind Führung und klare Kommunikation zum wettbewerbsentscheidenden Faktor mit unmittelbaren Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg geworden. Digitale Netzwerke wie LinkedIn sind dafür die zeitgemäßen Plattformen. Führungskräfte sollten sich und ihr Unternehmen langfristig als glaubwürdig, transparent, authentisch, nahbar und menschlich zeigen, mit einer klaren Zukunftsvision.
Der „Social CEO“ ist die Antwort auf veränderte Kommunikationsrealitäten. Sichtbarkeit schafft Nähe, Haltung schafft Orientierung. Die reichweitenstarken Social Media Plattformen sind die ideale Bühne mit Blick auf sämtliche Stakeholdergruppen.
Wer heute als CEO (noch) nicht sichtbar ist, läuft Gefahr, den Anschluss an Stakeholder, Talente und Diskurse im und außerhalb des Unternehmens zu verlieren. Wer dagegen sichtbar, nahbar und klug kommuniziert, wird zur akzeptierten Führungspersönlichkeit, digital und real.
Bereit für den nächsten Schritt? Wir unterstützen Sie auf dem Weg zum Social CEO. Strategisch, diskret und wirkungsvoll.
Hamburg, 18. Juli 2025 / Autor: Alexander Malter
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