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Wozu Pinterest?

Kategorie: Social Media
Pinterest Werbeagentur

Über den schleichenden Relevanzverlust bei Facebook hatten wir schon berichtet (hier nachlesen), über Instagram und seine Möglichkeiten ebenfalls. Viele scheinen auf das „nächste große Ding“ am Social Media Himmel zu warten, auf eine neue, unverbrauchte Community mit mehr Glaubwürdigkeit und hohen Interaktionschancen. Dabei muss man sich nur umschauen. Die gibt es nämlich schon seit längerem, sie fristet aber bei den meisten Werbungtreibenden immer noch ein Mauerblümchendasein als „Nice-to-have“-Community ohne angebliche Relevanz fürs Business.

Hohe Relevanz

Dabei steht mit Pinterest bereits seit längerem Werbungtreibenden eine Bilder-Suchmaschine zur Verfügung, die nicht nur für Online-Shops nachweislich Traffic bringt, sondern die auch gezielt zur Inspirationsquelle für den klassischen Handel genutzt werden kann. Aber auch für Touristik, Gastronomie, Fashion, Dienstleistung, Living, DIY etc.. Einer Studie von mytoys.de zufolge holen sich 19% der befragten Eltern auf Facebook Inspirationen für das Family Shopping; immerhin aber bereits 14% auf Pinterest und 11% auf Instagram. Gerade für Shopping zeigt damit die Community ihre hohe Relevanz – gemessen an 5 Mio. geschätzten Nutzern in Deutschland (Facebook: 32 Mio., Instagram: 17 Mio.).

Pinterest-Nutzer holen sich gerne (Einkaufs-)Inspirationen

Von allen Pinterest-Nutzern in Deutschland geben 93% an, sich für Einkäufe inspirieren zu lassen (daher bezeichnet sich Pinterest auch selbst als Suchmaschine), 63% möchten neue Marken und Produkte entdecken. Die meist weiblichen Nutzer sind zudem gut gebildet, zwischen 18 und 39 Jahre alt und verfügen über ein hohes Haushalts-Netto mit 65k+ Euro pro Jahr. Zahlen von Shareaholic belegen, dass Pinterest nach Facebook die aktuell größte Zahl der Besucher auf Webseiten bringt, also gezielt auch als Trafficbringer eingesetzt werden kann. Bei Pinterest-optimierten Webseiten kommen im Schnitt fast 8% der Besucher über Pinterest auf die Webseite.

Wie funktioniert Pinterest?

Durch einen Algorithmus werden Nutzern auf dem sog. Smart Feed Bilder ausgespielt, die den anfangs ausgewählten Interessen und bereits gepinnten Beiträgen entsprechen. Zudem gibt es einen Folge-Feed, in dem Nutzer Bilder von anderen Nutzern oder Pinnwänden, mit denen sie sich vernetzt haben, sehen. Wichtiger als neue Follower zu gewinnen, ist es, Inhalte zu erstellen, die für die Zielgruppe relevant sind und die Follower zu Repins motivieren. Denn Repins schaffen Reichweite. Außerdem ist es wichtig, durch geeignete Keywords Texte und Hashtags für eine gute Auffindbarkeit zu sorgen. Dabei sollten Unternehmen vor allem eigene qualitativ höherwertige Fotos einsetzen. Denn Nutzer befüllen ihre Pinnwände vor allem mit Repins von Produkten und Empfehlungen, die sie als für ihre Interessen und Kaufabsichten relevant und attraktiv halten. Je attraktiver die Darstellung, desto höher die Wahrscheinlichkeit, repinnt zu werden und damit auf die Pin-Wunschliste von Usern zu gelangen.

Langfristigkeit statt Schnelllebigkeit

Während Posts und vor allem Stories auf Instagram flüchtig sind, wirkt der Content auf Pinterest-Boards viel langfristiger. Pinterest ist als Inspirations-Suchmaschine anders organisiert: Hier geht es nicht um zeitlichen Abfolge in einer Timeline, sondern um Themen („Pin-Boards“) Content verschwindet nicht im digitalen Nichts, sondern bleibt sichtbar, man bekommt noch nach Monaten und sogar Jahren Traffic auf Content, den man auf Pinterest gepostet hat.

Was bieten Rich Pins?

Neben den „normalen“ Pins bietet Pinterest schon seit einiger Zeit verifizierten Unternehmenskonten die Möglichkeit der Rich Pins an. Dabei handelt es sich um Pins, die mit sogenannten Metadaten angereichert sind und dem Nutzer einen deutlichen Mehrwert liefern. Bei Produkt-Pins z. B. erfährt der Nutzer unter dem Foto gleich den Preis des Produktes und wo er es erwerben kann. Dabei muss es sich nicht um einen Online-Shop handeln. Produkt-Pins (wie auch Pinterest generell) sind für den klassischen Retail genauso einsetzbar wie für Onliner. Aber auch Rezept-Pins mit Zutatenliste und Anleitung oder Artikel-Pins für Blogbeiträge bieten tolle Mehrwerte.

Ab sofort: Werbung auf Pinterest

Seit Kurzem bietet Pinterest in Deutschland verschiedene neue Werbeformate an (hier weiterlesen). Promoted werden können reguläre Pins, App Installationen, Videos und Carousels (eine Anzahl von Bildern zum Durchblättern). In Verbindung mit sehr differenzierten Targetingmaßnahmen empfiehlt sich Pinterest daher ab sofort mit Nachdruck Unternehmen zur Nutzung im Rahmen eines effizienten Social-Media-Mixes. Wir sind gespannt und werden die neuen Möglichkeiten testen.

Mehr Power fürs Weihnachtsgeschäft – und danach

Rechtzeitig zur Geschenkesaison hat Pinterest eine Reihe von neuen Funktionen speziell für Händler frei geschaltet, die den eigenen Shop attraktiver machen sollen. Die neuen Funktionen bestehen aus einem „new storefront profile, faster Catalogs feed ingestion, collections as a shopping ad format, video for collections, automatic bidding, conversion insights and analysis, and an improved product tagging test.“ Pinterest folgt hier dem allgemeinen Hype von Social Shopping und dem rasanten Aufschwung von Instagram Shopping mit eigenen spannenden neuen Features.

Fazit: Pinterest als Abrundung im Social-Media-Mix

Ohne Frage wird Facebook noch eine Zeitlang die Nr. 1 in fast jeder Social-Media-Strategie bleiben, allein aufgrund seiner Reichweiten. Wobei sich Instagram auch verstärkt bei 30+ als Alternative zu Facebook anbietet, bei den unter 30-Jährigen hat die Foto-App bereits heute die Nase vorn, vor allem, wenn es um Interaktion oder Influencer-Marketing geht. Wer in Touristik, Gastronomie, Fashion, Dienstleistung, Living oder DIY unterwegs ist, sollte aber auch eine Unternehmensseite auf Pinterest in Betracht ziehen, um eine attraktive Zielgruppe zu erreichen. Im Verbund mit attraktiven Formaten wie Rich Pins und den neuen Werbemöglichkeiten bringt sich Pinterest gerade für Unternehmen in Stellung. Nicht zuletzt auch deswegen, weil demnächst ein Börsengang geplant ist – da dürfen die Aussichten auf sprudelnde Werbeeinnahmen auch eine gewisse Rolle gespielt haben ?.

Fragen? Fragen: wa.malter@alexanderplatz-hh.de

Schöne Grüße

Über Alexander Malter:
Studierter Soziologe, langjähriger Werber und seit vielen Jahren in allen Disziplinen des (Digitalen) Marketing unterwegs, heute Dozent, Keynoter und GF von Alexanderplatz Hamburg.