

Wer sich bei uns meldet, fragt fast immer als Erstes: Was kostet Social Media?
Selten gefragt wird: Was kostet es, es nicht zu tun?
Dabei ist genau das die relevantere Frage. Denn die Kosten von Social Media sind sichtbar: ein Angebot, eine Monatsrechnung, ein Mediabudget. Die Kosten des Nicht-Handelns sind unsichtbar. Sie tauchen nicht in der BWA auf. Sie schleichen sich ein.
Ein Unternehmen, das seit drei Jahren keinen konsistenten Social-Media-Auftritt hat, zahlt trotzdem. Nur anders.
Es zahlt im Recruiting. Wer auf Instagram oder LinkedIn nicht sichtbar ist, existiert für einen Großteil der Bewerber schlicht nicht. Kein Post über den Arbeitsalltag, kein Einblick ins Team, keine Haltung, kein Interesse. Eine Stelle, die drei Monate länger unbesetzt bleibt, weil die Zielgruppe das Unternehmen nicht kennt, kostet mehr als ein Jahr Social-Media-Betreuung.
Es zahlt im Wettbewerb. Während ein Unternehmen die Freigabe eines Reels drei Wochen intern abstimmt, hat der Wettbewerber bereits gepostet, kommentiert und Reichweite aufgebaut. Sichtbarkeit ist keine Momentaufnahme, sie ist das Ergebnis von Kontinuität, Kreativität und Spontaneität. Wer pausiert, fängt faktisch neu an.
Es zahlt in der Markenwahrnehmung. Menschen kaufen von Marken, denen sie vertrauen. Vertrauen entsteht durch Sichtbarkeit, Konsistenz und Haltung und nicht durch eine gut gestaltete Website, die niemand findet. Wer auf Social Media schweigt, überlässt die Deutungshoheit über seine eigene Marke anderen: Bewerbern, Wettbewerbern und unzufriedenen Kunden.
Es gibt noch eine dritte Variante, über die selten gesprochen wird. Nicht das Unternehmen, das gar nichts macht. Und nicht das, das es konsequent und strategisch angeht. Sondern das, das irgendwas macht.
Eine Handvoll planlos verstreuter Posts im Monat. Ein paar Produktfotos. Gelegentlich ein Mitarbeiterbild. Und am Ende des Monats 14 Likes, davon acht von eigenen
Mitarbeitern, und eine Reichweite, die kaum über die eigene Unternehmens-Bubble hinausgeht.
Das ist kein Social Media. Das ist die Simulation von Social Media.
Und es ist in gewisser Weise das Teuerste von allem, weil es Ressourcen bindet, nichts bewegt und trotzdem das Gefühl erzeugt, man sei ja dabei. Der Haken: Man ist nicht dabei. Man ist sichtbar beschäftigt, aber unsichtbar im Markt.
Ein Kanal, der nicht funktioniert, weil er nicht funktionieren kann, kostet genauso viel wie einer, der funktioniert. Nur ohne den Gegenwert.
Ehrlich gesagt: Es kommt darauf an. Auf die Plattform, die Frequenz, den Anspruch an Content-Qualität und das Mediabudget für bezahlte Reichweite. Ein Instagram-Kanal mit wöchentlichen Reels und monatlicher Ad-Kampagne ist etwas anderes als ein LinkedIn-Profil mit zwei Beiträgen pro Monat.
Was wir in vielen Jahren Agenturerfahrung gelernt haben: Halbherzig ist teurer als konsequent. Ein Kanal, der sporadisch bespielt wird, ohne Strategie, ohne Budget, ohne Verantwortlichen, kostet Geld und bringt nichts. Schlimmer: Er signalisiert nach außen Desinteresse und Halbherzigkeit. Kunden und Kandidaten wünschen sich ein aktives, attraktives Unternehmen. Social Media zählt heute als Indiz. Und ärmliche fünf Likes auf ein Posting signalisieren jedem Betrachter: Bei denen ist nichts los. Starke Interaktionszahlen sind unbedingt imageförderlich.
Die eigentliche Investitionsentscheidung lautet deshalb nicht „Wie viel gebe ich aus?“ sondern „Mache ich es richtig oder lasse ich es.“
Die alte Regel: Erstens eine klare Strategie. Wer ist die Zielgruppe, auf welcher Plattform, mit welchem Ziel? Die alten W-Fragen Wer, Was, Wie, Warum und Wo sind im Social Media so gültig wie in jedem anderen Kommunikationskanal.
Zweitens Konsequenz. Social Media ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Reichweite, Vertrauen und Sichtbarkeit bauen sich über Monate auf, nicht über ein virales Posting. Verkäufe finden nicht primär auf Social Media statt. Social Media sind aber der wichtigste Türöffner und Zuträger für Reichweite und Vertrauensaufbau. Gekauft wird später auch über Website, E-Mail, Telefon oder persönliches Verkaufsgespräch. Das vergessen leider viele.
Drittens ein realistisches Budget. Organische Reichweite allein reicht auf den meisten Plattformen heute nicht mehr. Wer ohne Mediabudget startet, sollte das wissen und die Erwartungen entsprechend gering setzen.
Und viertens: den Mut, anzufangen. Authentizität schlägt Perfektionismus. Offen zu sein für kreative Experimente und die ganz eigenen Spielregeln von Social Media zu akzeptieren. Hier geht es um Dialog, nicht um die Distribution von Werbeaussagen. Das verwechseln leider immer noch die meisten.
Was kostet Social Media? Weniger als eine unbesetzte Stelle. Weniger als ein Wettbewerber, der die Sichtbarkeit übernimmt, die ihr euch nicht genommen habt. Weniger als der Imageschaden eines digitalen Schweigens in einer Zeit, in der Sichtbarkeit zur Grunderwartung geworden ist.
Die Frage ist nicht, ob ihr es euch leisten könnt. Die Frage ist, ob ihr es euch leisten könnt, es nicht oder nur halbherzig zu tun.
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